top of page

Biene40 stellt Produktkandidaten auf der eurobee 2025 vor

  • 16. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Das Projekt Biene40 hat gleich mehrere neue Erkenntnisse rund um das Bienenstockmonitoring hervorgebracht und nun erstmals drei Produktkandidaten auf der eurobee 2025 präsentiert. Besonders im Fokus: ein innovativer Temperatursensor, der wichtige Informationen z.B. über Brutgeschehen oder Futtervorrat im Winter liefern kann. Die Ergebnisse zeigen spannende Möglichkeiten für Imkerinnen und Imker, Maker sowie die Forschung.

 

Neben vielen Erkenntnissen darüber, wie Bienenstockmonitoring die Imkerei unterstützen kann, zeichnet sich aus dem Projekt Biene40 inzwischen eine konkrete Produktlandschaft ab. Drei Produktkandidaten wurden Anfang November auf der eurobee, der Leitmesse der Berufsimkerei in Friedrichshafen, vorgestellt und von den Besucherinnen und Besuchern mit großem Interesse begutachtet.

 


Im Zentrum der Projektergebnisse steht ein Temperatursensor mit drei vertikal angeordneten Temperaturfühlern [3, 4, 5, 6]. Er verfügt über eine digitale Schnittstelle und kann flexibel in Brut-, Honig- oder Futterrähmchen eingeklipst werden. Damit lassen sich drei zentrale Informationen über ein Bienenvolk gewinnen:

 

1. Lebt noch etwas in der Beute?

2. Brütet das Volk oder nicht?

3. Geht der Futtervorrat zur Neige? [2]

 

1. Lebt noch etwas in der Beute?

Zeigt mindestens einer der drei Temperaturfühler im Sensor nachts oder ohne Sonneneinstrahlung eine höhere Temperatur als die Außentemperatur, befindet sich eine Wärmequelle, also etwas Lebendiges, in der Beute. Da unbewohnte Bienenstöcke nach Bienenseuchenverordnung bienendicht verschlossen sein müssen, kann es sich dabei folglich nur um Honigbienen handeln.

 

2. Brütet das Volk oder nicht?

Ein Bienenvolk versucht, die Temperatur im Brutnest konstant auf ein halbes Grad, auf 35,4°C zu halten – auch nachts bei kühleren Außentemperaturen. Die konstante Temperatur ist für die Entwicklung insbesondere der verpuppten Brut entscheidend. Befindet sich der Temperatursensor in einer Brutwabe, zeigt mindestens ein Fühler diese Temperatur an. Zeigen alle drei Fühler einen hohen konstanten Wert an, so ist das Brutnest auf die ganze Wabe ausgedehnt. Liegt die Temperatur etwas niedriger (z.B. zwischen 27° und 32°), aber ebenfalls konstant, befindet sich das Brutnest nahe, aber nicht direkt an der Sensorposition.

Wesentlich ist: Schwankt die gemessene Temperatur synchron mit der Außentemperatur, ist von einem kleinen oder gar keinem Brutnest auszugehen. Das ist insbesondere im Winter relevant, etwa zur Bestimmung des optimalen Zeitpunkts einer Varroabehandlung mittels Oxalsäurebehandlung, die nur im brutfreien Volk erfolgen soll.

 

3. Geht der Futtervorrat zur Neige?

Befindet sich der Temperatursensor in einer Futterwabe der oberen Zarge (bei zweizargiger Betriebsweise), so werden zum Beginn der Winterpause alle drei Fühler eine Temperatur anzeigen, die vergleichsweise niedrig ist und der Außentemperatur folgt.

Die Bienen sitzen in der Wintertraube und fressen sich langsam von unten nach oben durch den Futtervorrat. Erreichen sie den Sensor am Unterträger, steigt dort zunächst die Temperatur. Später folgen der mittlere Fühler, schließlich der obere. Zeigt am Ende nur noch der obere Fühler höhere Werte, während die beiden unteren nahezu Außentemperatur aufweisen, sind die Bienen am oberen Ende ihres Futtervorrats angekommen. Geschieht dies früh im Jahr, ist das ein Indikator für eine Notfütterung.

 

Bei einzargiger Betriebsweise sind die Messwerte weniger eindeutig. In Großraum-Magazinbeuten oder z.B. in Trogbeuten kann mit mehreren Temperatursensoren ein Futterabriss erkannt werden.

Erste Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich Schwarmabgänge etwa 20 Minuten vorher anhand charakteristischer Temperaturmuster im Brutnest ankündigen. Während des Projekts konnte dies jedoch nur zweimal beobachtet werden. Für eine verlässliche Aussage wären weitere gezielte Untersuchungen nötig.

 

Damit eignet sich der Temperatursensor nicht nur für an Erkenntnis interessierte Imker, sondern auch für empirisch arbeitende Bienenforscherinnen und -forscher in Forschungsinstituten, die Begleitdaten – hier Temperaturen im Bienenstock – in unterschiedlichen experimentellen Settings erheben wollen. Die Projektpartnerfirma clabremo berät und unterstützt dabei gern.

 

Kompatibilität und Einsatzmöglichkeiten

Der Temperatursensor passt in Mini-Plus, einem Beutenformat für die Königinnenvermehrung und die Ablegerbildung. Ebenso lässt er sich in Deutsch Normal, Zander und im Dadant Honigraum einsetzen. Für Rähmchen mit dünnem Oberträgen (8mm) steht ein Adapter bereit. Für massivere Oberträger und Dadant Brutraum sind weitere Versionen in Vorbereitung.

 

Zielgruppe: Maker und Tüftlerinnen

Der Temperatursensor richtet sich primär an „Maker“ in der Imkerschaft, die mit Microcontrollern wie ESP32, ESP8266, Raspberry Pi, Raspberry Pico, STM32 u.v.m. ein eigenes Bienenstockmonitoring aufbauen möchten. Die Devise lautet: maximale Flexibilität – von der einfachen Anzeige direkt am Bienenstand bis hin zur Datenübertragung per WLAN oder Mobilfunk – alles ist möglich. Bereitgestellt werden langjährig getestete Beispielprogramme (u. a. für ESP8266 und Atmega328) sowie eine einfache, niederschwellige Mini-Plattform zum Hochladen und Anzeigen der Daten per Smartphone. Wer eine eigene Plattform bevorzugt, kann sie frei entwickeln oder auf bestehende Systeme wie die von Hivesound zurückgreifen.

Für alle, die nicht selbst basteln möchten, gibt es alternativ Bluetooth-Sender und Gateways von microsensys.

Der Sensor wurden beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet; clabremo ist an einer Lizenzvergabe interessiert. Die In-Markt-Bringung wird derzeit vorbereitet und soll zum Jahreswechsel starten.

 

Weitere Informationen zum Nachlesen und -schauen:

[1] Impressionen vom Messestand (YouTube-Video): https://youtu.be/

[2] Ergebnisse des Projektes Biene40: https://clabremo.de/biene40-

[3] Beschreibung des Temperatursensors: https://clabremo.de/

[4] Video zur Vorstellung des Wabentemperatursensors: https://

[5] Vortrag u.a. zum Temperatursensor auf der Beenovation

Abschlussveranstaltung (Folien): https://clabremo.de/wp-content/

[6] Video zum Vortrag auf der Beenovation Abschlussveranstaltung:

Kommentare


bottom of page