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INTEGRA auf dem 9. Forum Agroforstsysteme

Am 27.-28.09.23 lud die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zusammen mit dem Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V. zum 9. Forum Agroforstsysteme nach Freiburg im Breisgau ein. Unter dem Motto „Landwirtschaft zukunftsfähig gestalten“ begann das Forum mit drei spannenden Exkursionen.


Neben einer Exkursion zum Thema „Streuobst" standen den Teilnehmenden die Themen „Wertholzproduktion in Agroforstsystemen“ und die „Kombination von Bäumen und Tieren in einem Nutzungssystem“ zur Wahl. Am zweiten Tag folgten, aufgeteilt in zwei Sessions, Vorträge rund um das Thema „Agroforstwirtschaft", begleitet durch eine Posterausstellung sowie einen Workshop.


Martin Geng vom Obstparadies Staufen zeigt den Exkursionteilnehmern bei einer der drei Exkursionen des 9. Forums Agroforstsysteme sein mit dem Bundespreis für ökologischen Landbau ausgezeichneten Streuobstsysteme (Bildrechte: N. Obladen)


Nicht nur die Organisation der gesamten Tagung wurde maßgeblich von Mitwirkenden aus dem INTEGRA-Projekt („Integration von Habitatstrukturen in landwirtschaftlich genutzte Flächen zur Förderung von Bestäuberinsekten) mitgestaltet, auch unter den Referierenden befanden sich einige der INTEGRA-Forscherinnen und Forscher.


Als eine der Keynote-Sprecherinnen leitete Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein, von der Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie, den zweiten Tagungstag ein. Hierbei stellte sie die Ergebnisse aus verschiedenen Studien bezüglich der Effekte von Pestiziden auf die Biodiversität und Bestäubung in der Agrarlandschaft vor. Es stellte sich heraus, dass die Effekte von Pestiziden bienenartspezifisch sind und eine hohe Blütendiversität den negativen Effekten von Pestiziden entgegenwirken kann. Dabei würde eine Kombination aus mehrjährigen Blühstreifen mit Hecken Bienen am besten fördern.


Dr. Felix Fornoff, von der Professur für Naturschutz und Landschaftsökologie, berichtete aus der Biodiversitätsforschung. Anhand der Untersuchungen konnten Heckenpflanzen mit hohem Nektar- bzw. Pollengehalt mitsamt den komplementären Bienengemeinschaften identifiziert werden. Basierend auf diesen Erkenntnissen ist es nun möglich verschiedene Wildbienenarten mithilfe von Bäumen und Sträuchern gezielt zu fördern, ergänzt durch zusätzliche krautige Pflanzen.


Zum Thema Ökosystemdienstleistungen stellte Dr. Christopher Morhart, von der Professur für Waldwachstum und Dendroökologie, seine Untersuchungen an Walnuss- und Kirschbäumen vor. Basierend auf 3D-Daten der Bäume hat er, zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen, das oberirdische Kohlenstoffspeicherungspotential von Bäumen in Agroforstsystemen berechnet. Mithilfe dieser Ergebnisse können die Potentiale von Agroforstsystemen besser quantifiziert sowie kommuniziert werden und die Anlage von Agroforstsystemen optimiert werden.


In Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Anlage und Förderung von Agroforstsystemen zeigte Marina Klimke, von der Juniorprofessor für die Transformation zu nachhaltigen Energiesystemen, Hemmnisse bei der Umsetzung, aber auch Chancen auf. Dabei richtete sie Ihren Blick auf die jüngste Überarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und das Naturschutzrecht. So konnte sie aufzeigen, dass der Rechtsrahmen trotz wichtiger Schritte in die richtige Richtung einer weiteren Überarbeitung bedarf.


Die knapp 300 Tagungsgäste erhielten während der Exkursionen und Vorträge spannende Einblicke in die Praxis sowie in die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse verschiedenster Aspekte der Agroforstwirtschaft. Zusätzlich bot die Posterausstellung eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erkenntnissen. Parallel fand am Nachmittag außerdem ein Workshop der Eva Mayr-Stihl Stiftung und dem Project together statt, welcher Förder- und Handlungsansätze aufzeigte und einen Austausch über Instrumente und Bedürfnisse der Akteursgruppen für eine wirksamere Förderung von Agroforstsystemen anregte.








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